KSR Klärschlammrecycling GmbH (KSR) Neubau Klärschlammverwertungsanlage (KVA) Bitterfeld-Wolfen

Die KSR Klärschlammrecycling GmbH errichtet am Standort Bitterfeld-Wolfen, direkt neben der seit über zehn Jahren in Betrieb befindlichen Thermischen Restabfallbehandlungsanlage (TRB) der PD energy GmbH, eine neue Klärschlammverwertungsanlage (KVA). Der reguläre Betrieb der KVA soll am Jahresende 2021 starten und ab dann werden jährlich ca. 250.000 Tonnen entwässerter Klärschlamm aus kommunalen Kläranlagen verwertet. Mit dieser Jahreskapazität zählt die KVA Bitterfeld-Wolfen zu den derzeit größten Klärschlamm-Monoverbrennungsanlagen Deutschlands.

Die KSR Klärschlammrecycling GmbH ist ein Tochterunternehmen der PD energy GmbH, deren Gesellschafter zu gleichen Teilen die Chemiepark Bitterfeld-Wolfen GmbH und die Danpower GmbH sind.

  • Bauherrschaft KSR Klärschlammrecycling GmbH (KSR)
  • Auftraggeber PME Projektmanagement & Engineering GmbH
  • Zeitraum 2016 - 2021, Bauzeit 2019 - 2021
  • Investitionssumme Gesamtinvestition EUR 80 Mio.

Leistungen Fiedler Beck Ingenieure

Als Gesamtplaner Bau ist FBI für die Gesamtleitung der Architektur-, Bauingenieur- und Gebäudetechnikleistungen sowie die technische Beratung und Planung verantwortlich. Dazu gehörte auch das architektonische Konzept, das aus der Feder von Martin Rosentreter stammt.

In der Funktion als Bauüberwachung leitet FBI vor Ort die Arbeiten der Baulose und gewährleistete die Koordination mit den Arbeiten der Verfahrenstechnik.

  • Gesamtleitung Bau (Planungsleitung, Baumanagement, Bauleitung)
  • Genehmigungsänderung, Abstimmung mit Behörden und externen Sachverständigen
  • Architektonisches Konzept
  • Ausführungsplanung Bautechnik
  • Ausschreibungen und Vergabe
  • Koordination der Fachbauleitungen
  • Bauleitung/Bauüberwachung

Bautechnik

Die KVA hat eine Grundfläche von ca. 3.200 m² und einen umbauten Raum von 90.700 m³. Die Aussenmasse betragen 70m x 45m (L x B). Der tiefste Punkt des Gebäudes – der Annahmebunker - liegt bei -6,00m und der höchste Punkt – das Dach des Treppenhauses - befindet sich auf +34.00m. Die Ebenen werden durch zwei Sicherheitstreppenhäuser erschlossen und zwischen Betriebsgebäude und Kesselhaus führt ein Aufzug von der Eingangsebene bis zur Ebene +10,50m.

Die Sohle und die Wände des Bunkers sind als WU-Konstruktionen in Stahlbeton erstellt. Die Wände sind zudem durch aussenliegende Stahlbetonlisenen verstärkt. Die Tragkonstruktion des Daches ist als Flachdach aus Stahlbetonbindern hergestellt und die Eindeckung besteht aus Stahlbeton-Fertigteilplatten bzw. einer Ortbetonplatte.

Das 3-stöckige Betriebsgebäude ist als Stahlbeton-Skelettbau ausgebildet und hat ein abdichtungsfreies Stahlbeton-Flachdach aus WU-Beton. In diesem Gebäudeteil sind im EG u.a. die Werkstatt, das Lager, Probenahme- und Hausanschlussraum sowie die Brandmeldezentrale und die Trafos angeordnet. Eine Etage darüber befinden sich u.a. die Leitwarte, Büros und Besprechungsräume, Mittelspannungs- und Niederspannungshauptverteilung, sowie der Batterie- und der Leittechnikraum. Auf der 3. Etage sind die Umkleideräume, Büro und Pausenraum sowie die Haustechnik-Zentrale angeordnet.

Das Kesselhaus grenzt im Westen an den Bunker und im Süden an das Betriebsgebäude an. Es ist als erdgeschossiger Bau erstellt, in welchem die Erschliessung der verfahrenstechnischen Anlagen durch umlaufende Gitterrostbühnen erfolgt. Die Aussenwände des Kesselhauses sind als Stahlleichtbau-Konstruktion mit einer Fassade aus Stahlkassetten mit Trapezblechbekleidung ausgeführt. Das Flachdach ist mittels Stahlfachwerkbindern mit Stahltrapezeindeckung erstellt. Im Kesselhaus integriert befindet sich das 2-stöckige Turbinengebäude, welches komplett aus Stahlbeton mit einer begehbaren Stahlbetondecke gebaut wurde.

Komplexität

  • Pfahlgründung in kontaminiertem Baugrund mit Altfundamenten der Vorbebauung
  • Konzept für Anlieferung Klärschlamm per LKW und per Bahn
  • Von der Verfahrenstechnik geprägter Bau bzw. Architektur
  • WU-Konstruktionen (Bunker, Dach Betriebsgebäude)
  • Errichtung von Bunker und Treppenhäusern in Gleitbauweise

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